Bewerbungsgespräche via Skype – Fragen und Antworten zum Datenschutz

von Clemens Grünwald

In einer globalisierten Welt sind Vorstellungsgespräche über Skype keine Seltenheit mehr. Bewerber, die eine berufliche Veränderung und damit einhergehend einen Ortswechsel anstreben, können sich sich dem neuen Arbeitgeber von ihrem jeweiligen Lebensmittelpunkt aus präsentieren, ohne hierfür eine kostspielige und langwierige Anreise in Kauf nehmen zu müssen. Auf der anderen Seite erspart sich der potentielle Arbeitgeber, der grds. zur Erstattung von Reisekosten rechtlich verpflichtet ist, diese Ausgaben, wenn das Vorstellungsgespräch über das Internet stattfindet. Demnach also eine Win-win-Situation für beide Seiten?

Nicht unbedingt, da die Datenübermittlung übers Internet durchaus zu Lasten des Datenschutzes gehen kann. Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist ein Kritikpunkt bei Vorstellungsgesprächen via Skype, dass hierbei Microsoft als 100-prozentiger Eigentümer von Skype ein Zugriff auf die Daten der Skype-Nutzer ermöglich wird. Dies nahm die Berliner Beauftragte für Datenschutz, wie im Jahresbericht für 2016 beschrieben, zum Anlass, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von einer Nutzung von Skype in Bewerbungsverfahren abzuraten. Ausgangspunkt für die datenschutzrechtliche Einschätzung war dabei § 2 Abs. 2 BlnDSG i. V. m. § 32 Abs. 1 BDSG, wonach

„Personenbezogene Daten eines Bewerbers nur erhoben, verarbeitet oder genutzt werden dürfen, wenn dies zur Begründung des Beschäftigungsverhältnisses erforderlich ist.“

Freiwillige Einwilligung?

Eine Erforderlichkeit der Datenübermittlung via Skype und damit eine gesetzliche Grundlage sah die Berliner Beauftragte für Datenschutz nicht, so dass ein zulässiger Einsatz von Skype nur im Rahmen einer freiwilligen Einwilligung in Betracht kommt ...

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