Trick #17: Ich bin Anwalt.

Ob Party- oder Lebenslüge - was falschen Rechtsanwälten droht, ist ihnen meistens überhaupt nicht klar.

In den Mittelpunkt meines heutigen Blogbeitrages möchte ich nicht einen bestimmten Aspekt der von mir bearbeiteten Rechtsgebiete stellen. Heute soll es um das Phänomen der wundersamen Vermehrung der Anwaltschaft gehen. Eigentlich gibt es in Deutschland mit derzeit fast 170.000 Anwälten einen eher übersättigten Markt für das Angebot von Rechtsdienstleistungen. Im täglichen Leben scheint es aber so, als gäbe es noch viel mehr Anwälte. Manch einer scheint sich selbst durch die Behauptung, er sei Rechtsanwalt, überhöhen zu wollen. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch harmlos: Eine nette Dame an der Bar mit einer derartigen Lüge zu umgarnen ist nicht strafbar; allerdings auch nicht empfehlenswert, sie wird nämlich auffliegen, wenn die Geschichte länger als eine Nacht dauern soll.

Schwierig wird es dann, wenn die fälschliche Behauptung, Rechtsanwalt zu sein, über längere Zeit oder im Rechtsverkehr hervor tritt. So kennen viele (echte) Rechtsanwälte den Fall der meist finanziell wenig betuchten Gegenseite, die die Existenz eines Rechtsanwaltes erfindet und diesen auf Anwaltsschreiben antworten lässt. Hier ein gut gemeinter Tipp, völlig unabhängig von strafrechtlichen Konsequenzen: das geht immer schief. Da der anwaltliche Ductus sich meist frühestens auf dem Weg zur zweiten juristischen Staatsprüfung einstellt, bringt es auch nichts, Cousin Paul im siebten Semester seines Jurastudiums um Hilfe zu bitten. Wer kein Geld für einen Anwalt hat, kann in Deutschland Beratungshilfe bei dem örtlich zuständigen Amtsgericht beantragen - in der Regel vollkommen unkompliziert ...

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