Kopfschuss-Fall

A. Sachverhalt

Nach den Feststellungen schoss der Angeklagte mit einer Pistole P 38, Kaliber 9 mm, in der sich, wie er wusste, Munition befand, auf die rechte Schläfe des Gebrauchtwagenverkäufers K., um ihn dafür zu „bestrafen“, dass dieser ihn „um sein Geld bringen wollte“. Das Projektil durchschlug die linke Hand des Hans-Jürgen K., die dieser zwischen Schläfe und Mündung der Waffe gehalten hat, um den Angeklagten abzuwehren, drang aber nicht in die Schädelhöhle ein. Wegen einer Kopfbewegung des K. durchlief es vielmehr die Weichteile oberhalb des rechten Augapfels und unterhalb der rechten Augenbraue und drang neben der Nasenwurzel unterhalb des inneren Endes der rechten Augenbraue wieder aus. Nach dem Schuss drehte K. seinen Kopf in die ursprüngliche Position zurück und nahm seine Hände vor das Gesicht. Er sagte zu dem Angeklagten, was dieser für eine „Scheiße“ mache (UA 30, 31, 32). Der Angeklagte, der „nur einen Schuss auf den Zeugen abgeben wollte“ (UA 76), sah das Blut am Kopf von K. und stellte fest, dass er diesen „entgegen seiner Erwartung … nicht getötet hatte“. Ihm war bewusst, was er angerichtet hatte und welche Folgen dies für ihn haben werde. Er sagte zu K., dieser solle keine Angaben machen, man werde die Sache schon regeln (UA 32). Sodann verließ er die Bürobaracke, in welcher der Schuss abgegeben worden war, und sagte den Angestellten des Opfers, Dieter P. und Willi T., die den Schuss gehört hatten und sich auf dem Weg zur Bürotür befanden, „sie sollten nach ihrem Chef sehen, diesem sei etwas passiert“ (UA 33). Sodann fuhr er davon. P. und T. liefen in das Büro, wo sie K. vorfanden, der heftig blutete und sich ein Taschentuch vor das rechte Auge drückte, um das Blut zu stillen. T. forderte fernmündlich einen Krankenwagen an und rief auch die Polizei herbei. Die Verletzungen des Hans-Jürgen K. wurden später im Klinikum E. behandelt. Sein rechtes Auge ist inzwischen entfernt worden ...

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