Wer im Glashaus sitzen will – ohne Zustimmung der Eigentümergemeinschaft

Als bauliche Veränderung ist jede Umgestaltung des Gemeinschaftseigentums zu verstehen, die vom Aufteilungsplan oder früheren Zustand des Gebäudes nach Fertigstellung abweicht. Dabei ist es ohne Belang, ob eine Befestigung vorhanden ist.

Mit dieser Begründung hat das Amtsgericht München in dem hier vorliegenden Fall der Klage einer Wohnungseigentümergemeinschaft stattgegeben, die auf die Entfernung eines Glashauses bestanden hat. Dieses Glashaus hat ein Ehepaar, dem eine Eigentumswohnung gehört, auf ihrer Dachterrasse als sogenanntes Anlehngewächshaus aufgestellt. Es besteht aus Aluminiumprofilen sowie seitlichen Glaselementen und einem Kunststoffdach. Das Glashaus wiegt circa 265 Kilogramm und ist nicht mit der Fassade verbunden.

In der Teilungserklärung der Wohnungseigentümergemeinschaft ist folgendes geregelt:

“§ 9 Veränderungen oder Verbesserungen
1.a) Bauliche Veränderungen, soweit sie (…) das Gemeinschaftseigentum betreffen, dürfen nur mit schriftlicher Einwilligung des Verwalters vorgenommen werden. Hierdurch wird das einstimmige Beschlusserfordernis der Eigentümerversammlung ersetzt. (…)

2. Änderungen an der äußeren Gestaltung und der Farbe des Gebäudes -einschließlich Balkone- können nur mit qualifizierter Mehrheit von 2/3 der Stimmen aller Miteigentümer beschlossen werden (…)”

Aufgrund dieser Teilungserklärung verlangt die Eigentümergemeinschaft von dem Ehepaar die Entfernung des Glashauses ...

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