Laufzeit eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16

von Robin Mujkanovic

Bereits in 3 vorlaufenden Blogs hatte ich mich mit Fragen der neuen Leasingbilanzierung nach IFRS 16 befasst. Zur Erinnerung: Der Leasingnehmer entscheidet nach den neuen Regelungen nicht mehr, ob er wirtschaftlicher Eigentümer des Leasingobjekts ist. Stattdessen bilanziert er in der Regel ein Nutzungsrecht („right-of-use“) am Leasingobjekt im Umfang seiner vertraglichen Ansprüche. Bilanzierungsobjekt ist nicht das Leasingobjekt, sondern das Recht zur Nutzung des Leasingobjekts. Die Serie zu IFRS 16 in lockerer Folge will ich heute mit der Frage fortsetzen, wie die Leasinglaufzeit zu bestimmen ist, weil sie den Umfang des zu bilanzierenden Nutzungsrechts maßgeblich bestimmt.

Die Leasinglaufzeit beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Leasinggeber das Leasingobjekt dem Leasingnehmer zur Verfügung stellt und endet mit Ablauf des Leasingvertrags (IFRS 16.B34).

In einem Leasingvertrag wird regelmäßig eine unkündbare Grundmietzeit festgelegt, während der keine der Vertragsparteien, Leasingnehmer und Leasinggeber, den Vertrag ordentlichen kündigen kann. Eine Kündigung aus wichtigem Grund lässt sich in Deutschland dagegen kaum ausschließen. Die vertraglich vereinbarte unkündbare Grundmietzeit stellt damit den Ausgangspunkt der Überlegungen zur Bestimmung der erwarteten Laufzeit des Leasingverhältnisses dar (IFRS 16.B34).

Fraglich ist, wie mit Mietverlängerungsoptionen umzugehen ist, die nicht selten vereinbart werden. Bisher waren günstige Mietverlängerungsoptionen bei der Beurteilung zu berücksichtigen, ob ein Finance Lease oder ein Operating Lease vorliegt. Eine günstige Option liegt dann vor, wenn der Leasingnehmer die Möglichkeit hat, das Leasingverhältnis zu einer Miete fortzuführen, die wesentlich niedriger als die marktübliche Miete ist (IAS 17.11(c)) ...

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