Haftung bei neuen Behandlungsmethoden

von Dr. Florian Wölk

Haftung bei neuen Behandlungsmethoden von Dr. Florian Wölk am 13. August 2017, Rubrik: Arzthaftung, Einwilligung, Patientenrechte

Die Haftung des Arztes bei der Anwendung neuer Behandlungsmethoden hat auch in der Vergangenheit immer wieder zur Frage der Legitimität von Heilversuchen und dem Einsatz alternativer Behandlungsmethoden geführt.

In einer aktuellen Entscheidung hat der Bundesgerichtshof vom 30.05.2017 (– VI ZR 203/16 –) noch einmal klargestellt, dass die Anwendung von nicht allgemein anerkannten Therapieformen rechtlich grundsätzlich erlaubt ist (so bereits BGH, Urteile vom 13.06.2006 – VI ZR 323/04 -„Robodoc“ und vom 22.05.2007 – VI ZR 35/06 – „Racz-Katheder“).

Dabei ist nach dem Bundesgerichtshof nicht nur zu beachten, dass eine Beschränkung der Methodenfreiheit der Medizin sich als Hemmnis des medizinischen Fortschritts erweisen könnte. Entscheidend ist für das Gericht, dass jeder Patient, bei dem eine von der Schulmedizin nicht oder noch nicht anerkannte Methode angewendet wird, eigenverantwortlich entscheiden kann, welchen Behandlungen er sich unterziehen will. Schließt aber das Selbstbestimmungsrecht eines um die Tragweite seiner Entscheidung wissenden Patienten die Befugnis ein, jede nicht gegen die guten Sitten verstoßende Behandlungsmethode zu wählen, so kann aus dem Umstand, dass der Arzt den Bereich der Standardmedizin verlassen hat, nicht von vornherein auf einen Behandlungsfehler geschlossen werden ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK