Garantieübernahme bei falschem Tachostand – Rücknahmepflicht für Gebrauchtwagenhändler?

Das OLG Oldenburg hat darüber entschieden, ob ein Verkäufer eines Gebrauchtwagens im Falle einer Garantieübernahme zur Rücknahme des Wagens und zur Erstattung des Kaufpreises verpflichtet ist, wenn der Tachostand nicht der tatsächlichen Laufleistung entspricht (Urteil vom 18.05.2017 – 1 U 65/16).

Sachverhalt:

Der Käufer hatte im September 2015 einen gebrauchten Mercedes für 8.000 Euro gekauft. Nach kurzer Zeit wollte er den Wagen wegen eines angeblich falschen Tachostandes zurückgeben. Der Verkäufer verweigerte die Rücknahme.

Auf die Klage des Käufers hin hat der gerichtliche Sachverständige im Verfahren festgestellt, dass das Fahrzeug bereits Anfang 2010 eine Laufleistung von über 222.000 km aufgewiesen hatte. Verkauft wurde es im September 2015 mit einem Tachostand von 160.000 km.

Das LG Oldenburg hatte den Verkäufer zur Rücknahme des Wagens verpflichtet.

Entscheidung:

Das OLG Oldenburg hat die Entscheidung des Landgerichts bestätigt. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts kann sich der Beklagte nicht darauf berufen, dass er den Tachostand lediglich „laut Tacho“ angegeben und selbst keine eigene Kenntnis von der tatsächlichen Laufleistung gehabt hatte, weil er den Wagen selbst gebraucht gekauft hatte.

Zwar müsse im Rechtsverkehr zwischen einer Garantie und einer bloßen Beschaffenheitsangabe unterschieden werden ...

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