Bevor sich die Gefängnistüren öffnen…

von Udo Vetter

Die gute Nachricht war: Ich konnte mich mit dem Staatsanwalt darauf verständigen, dass mein Mandant gegen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Die schlechte: Bevor sich die Gefängnistore öffneten, durfte ich einigen Papierkram und Lauferei erledigen.

Das sah so aus:

Abends bereitete ich schon mal das Formular für die Kaution vor. Die Kaution muss auf der Hinterlegungsstelle des Gerichts deponiert werden. Glücklicherweise kann man die Formulare heutzutage auf der Seite der Amtsgerichte runterladen. Zunächst fuhr ich dann morgens bei der Schwester meines Mandanten vorbei. Diese drückte mir den Pass und den Personalausweis des Inhaftierten in die Hand. Die Papiere müssen hinterlegt werden, zur Verminderung des Fluchtanreizes. Außerdem kriegte ich einen Briefumschlag mit reichlich Bargeld, die Strafkaution.

Den Pass und den Personalausweis brachte ich zur Staatsanwaltschaft. Dort kriege ich eine Quittung, die ich dann später beim Gericht vorlegen konnte. Weiter ging es zum Amtsgericht, Hinterlegungsstelle. Dort klappte eine Mitarbeiterin das Hinterlegungsbuch auf, ein echt dicker Wälzer. Dort wird alles noch handschriftlich vermerkt. Die Mitarbeiterin prüfte die Formulare (dauert), dann belohnte sie mich mit einigen Unterschriften und noch mehr Stempeln.

Mit den abgestempelten Formularen musste ich dann eine Mitarbeiterin beim Grundbuchamt aufsuchen (fragt mich nicht, warum). Die Dame prüfte alle Formulare noch mal Buchstabe für Buchstabe (dauerte superlang) ...

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