Rezension: Kritische Kollektivität im Netz

von Christian Wickert

In Kooperation mit dem Surveillance Studies Blog veröffentlicht Criminologia Rezensionen von Büchern aus den Bereichen Überwachung & Kontrolle und Kriminologie.

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Die Rezension wurde verfasst von Ilsabe Horstmann, Hamburg

Titel:

Kritische Kollektivität im Netz. Anonymous, Facebook und die Kraft der Affizierung in der Kontrollgesellschaft

Autorin: Carolin Wiedemann Jahr: 2016 Verlag: Transcript ISBN: 978-3-8376-3403-7 Die Frage nach der Subversion – Aufbau und Anliegen des Bandes

Die kumulative Doktorarbeit trägt einen vielversprechenden Titel und bringt die Schriften Foucaults zu Macht und Biopolitik, deren deleuzianische Weiterentwicklung und (politiktheoretisches) Denken gegen Repräsentations- und anthropozentrische Subjektlogiken in eine fruchtbare Verbindung mit zu wenig beachteten Prozessen der Informatisierung und Digitalisierung.

Damit stellt sich Carolin Wiedemann der Frage nach dem subversiven Potenzial (oder auch der Unmöglichkeit) von Anonymität und Kollektivität im Netz. Wiedemann nimmt sich dazu die Utopie von nicht-hierarchischer, disruptiver Solidarität in anonymen Kollektiven zum Fluchtpunkt und argumentiert, dass sie im hacktivistischen Anonymous-Kollektiv bereits Realität ist. Den Rahmen dafür bietet die normative Analyse von ambivalenten Prozessen sich digitalisierender Gesellschaften. Hervorzuheben ist dabei, das die Autorin mit dem Affektbegriff ein anregendes theoretisches Scharnier findet, das die oftmals getrennt gedachten Bereiche von Körper/Identität und Technik/Digitales als interdependent zu fassen vermag. Sie hat damit auch ein Instrument zur Hand, das erklärt, wie anonyme Kollektive überhaupt zu Stande kommen können und warum sie Handlungsfähigkeit entwickeln ...

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