Verhaltensanalyse beim Online-Banking – mit dem Datenschutz vereinbar?

von Conrad S. Conrad

Immer mehr Menschen wickeln Ihre Finanzen und Überweisungen mittels Online-Banking und Apps der Bankhäuser ab. Um in Zeiten von Phishing und Hackerangriffen der IT-Sicherheit bei Finanzgeschäften zu genügen, bemühen sich Banken stets um verbesserte Schutzvorkehrungen vor Zugriffen Dritter. Neben erhöhten Anforderungen an die Zugangsdaten (Passwörter und gesonderte Tokens oder Pins) sind auch biometrische Faktoren wie der Iris-Scan oder Fingerabdruck gefragt.

Einige Banken gehen nun sogar noch einen Schritt weiter und greifen auf die neueste Technologie der Verhaltensbiometrie zurück. Das israelische Start-Up Unternehmen BioCatch entwickelt beispielsweise eine solche Anwendung, die im Hintergrund des Browsers das Verhalten des Benutzers in seinem Online-Bankkonto analysiert. Bereits ca. 20 Minuten Lernzeit, in der das versteckte Skript unter anderem jeden Klick, jede Mausbewegung und die Reaktionszeit des Anwenders auswertet, sollen ausreichen, um ein Muster des Benutzers zu bilden. Dabei werden rund 600 Faktoren während der Interaktion berücksichtigt. Auch die Geschwindigkeit der Tastatureingabe oder dem Verhalten bei kurzzeitig verschwindenden Mauszeigern fließen mit in die Berechnung ein.

Auf diese Weise soll es in weniger als einer Minute nach dem Login möglich sein, zwischen einem berechtigten Kontoinhaber oder einem Hacker zu unterschieden. Nach Angaben von BioCatch würden so 91 Prozent aller Angreifer entdeckt werden – nur rund ein halbes Prozent der Berechtigten würden falsch eingestuft und aus dem System geworfen werden. Exakte und offizielle Daten existieren nicht. Es wurde nur bekannt gegeben, dass BioCatch mit dem entwickelten Programm für die teilnehmenden Geldhäuser rund zwei Milliarden Transaktionen pro Monat kontrolliert ...

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