Heute nicht – Gerichtsvollzieher Termin absagen, verschieben oder gar vergessen?

Gemäß § 753 BGB wird die Zwangs­voll­streckung in aller Regel vom Gerichts­vollzieher durchgeführt. Dieser darf sogar Ihren aktuellen Wohnsitz ermitteln, die Wohnung im Rahmen der Sachpfändung nach Wertgegenständen durchsuchen, Haustüren aufbrechen und als ultima ratio Gewalt unter Hinzuziehung von Polizei­beamten anwenden.

Der Zivil­prozess­ordnung (ZPO) nach können Sie sich dagegen wehren, indem sie prozessuale Gestaltungs­klagen einreichen, §§ 766, 767, 771 ZPO. Zudem steht Ihnen die sofortige Beschwerde gemäß § 793 ZPO zur Verfügung. Da es sich hier im rechtliche Prozess­schritte handelt, sollte anwaltlicher Rat hinzugezogen werden – so müssen zum Beispiel Fristen eingehalten werden und je nach Einzelfall bringen andere Rechtsnormen ein günstigeres Ergebnis.

Kann man den Gerichtsvollzieher vertrösten?

Es gibt kein Recht darauf, einen Gerichtsvollzieher Termin verschieben oder absagen zu können.

Trotzdem lassen sich die meisten Gerichtsvollzieher auf eine Verschiebung des ersten Termins ein, wenn Sie sich im Vorfeld bei ihnen melden.

Zeigen Sie, dass Sie zur Kooperation bereit sind. Hat der Gerichtsvollzieher ein kooperatives Bild von Ihnen, wird er sich eher auf einen zeitlichen Aufschub einlassen. Es geht nicht zuletzt auch um Vertrauen.

Sollten Sie aufgrund einer Krankheit verhindert sein, ist es ratsam, den Gerichtsvollzieher zu informieren und bestenfalls ein Attest vorzulegen.

Einen Termin mit dem Gerichtsvollzieher können Sie nicht absagen.

Letztlich müssen Sie sich klarmachen, dass die Zwangsvollstreckung ein Mittel ist, um einen rechts­kräftigen Anspruch des Gläubigers durchzu­setzen. Daher gibt es kein Recht, diese Zwangs­voll­streckung zu verlegen oder gar abzusagen.

Die Zwangsvollstreckung ist für Sie als Schuldner unangenehm ...

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