Kommentar: Gesichtsanalyse im Real-Supermarkt überschreitet Grenzen

von Dr. Datenschutz

Eine besondere Form der Videoüberwachung erproben die Real-Supermärkte gerade im Kassenbereich ihrer Geschäfte. Kunden werden dort bei der Betrachtung von Werbung durch ein Videosystem erfasst und analysiert. Eine weitere Grenze ist damit gefallen.

Real testet Gesichtsanalyse zur Optimierung von Werbung

Nach Informationen der Lebensmittelzeitung (leider nur mit Abo abrufbar) und Spiegel Online wird in 40 Real-Supermärkten in einem Testverfahren eine Analysesoftware eingesetzt, die jeden Blick eines Kunden auf einen Werbebildschirm erfasst und anschließend auswertet. Gespeichert werden dann Geschlecht und Alter des Kunden sowie die Dauer der Betrachtung. Dafür wird zunächst ein Bild des Kunden gespeichert. Nach Aussage des Unternehmens sei das Verfahren datenschutzrechtlich nicht zu beanstanden. Die Aufsichtsbehörden im Datenschutz sehen das wohl zumindest teilweise anders.

Ein persönlicher Kommentar

Warum beschäftigen uns einige Nachrichten mehr und andere weniger? Oder anders gefragt: Warum hat mich gerade diese Meldung so aufgewühlt, dass ich darüber einen wütenden Blog-Beitrag schreiben möchte?

Direkt ersichtlich ist das nicht. Praktisch jede Woche erhalten wir als Datenschutz-Interessierte Informationen über neue Verfahren des Facebook-Marketings, über Big-Data-Kundenanalyse oder Datenpannen durch schlechten Datenschutz in Unternehmen. Doch dieser Fall ist anders. Die Reaktion des Real-Vertreters hat mich einfach maßlos geärgert ...

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