Der fehlgeschlagene Einsatz der Feuerwehr – viel Rauch um nichts …

Der fehlgeschlagene Einsatz der Feuerwehr – viel Rauch um nichts …

Der Entscheidung des Amtsgericht Mannheim vom 22.12.2016 (Aktenzeichen 3 C 1207/16) lag folgender Fall zugrunde: Klägerin und Beklagte sind Nachbarinnen, ihre Wohnungen liegen unmittelbar nebeneinander. Die Klägerin ist Eigentümerin ihrer Wohnung. Die Beklagte hat – zumindest fahrlässig – Essen anbrennen lassen, eine starke Rauchentwicklung war die Folge. Deshalb öffnete die Beklagte die Wohnungsfenster, anschließend ging sie mit ihrem Hund spazieren – dieser war wegen der starken Rauchentwicklung „aufgebracht“. Durch Dritte wurde die starke Rauchentwicklung wahrgenommen und die Feuerwehr gerufen. Die Feuerwehr vermutete einen akuten Brand und öffente mittels Gewalteinwirkung die falsche Wohnungstür – eben die der Klägerin.

Die im Jahr 1971 für knapp 2.300,00 DM angeschaffte Wohnungstür war irreparabel zerstört und wurde durch eine neue Tür ersetzt, welche 1.300,00 € bezahlt wurden. Die Klägerin hat die Beklagte auf Schadensersatz gerichtlich in Anspruch genommen. Vorgerichtlich wurde von der Haftpflichtversicherung der Beklagten 325,00 € an die Klägerin bezahlt. Die Beklagte sah einen Haftungstatbestand darin, dass es fahrlässig war, in Kenntnis der starken Rauchentwicklung und deren potentielle Wahrnehmung durch Dritte, die Wohnung zu verlassen.

Das Amtsgericht hat die Klage mit guter Begründung abgewiesen. Der Schaden sei zwar kausel durch die Beklagte verursacht worden, eine Zurechnung gemäß der Adäquanztheorie war aber nicht mehr gegeben:

„Ein Schadensersatzanspruch der Klägerin käme allenfalls nach § 823 I, II BGB in Betracht. Nach dieser Vorschrift hat derjenige, der vorsätzlich oder fahrlässig das Eigentum eines anderen widerrechtlich verletzt, den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

Im vorliegenden Fall mangelt es aber schon an einer schadensersatzauslösenden Verletzungshandlung der Beklagten ...

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