Vertragsverhandlungen: eine anwaltliche Schlüsselkompetenz – Interview mit Stefanie Jung und Peter Krebs

Guten Tag Frau Professor Jung, guten Tag Herr Professor Krebs! Wir freuen uns, dass Sie uns für ein Interview für unseren Blog Kanzleiforum zur Verfügung stehen. Kommen wir gleich zu unserer ersten Frage: Ihr gemeinsames Werk „Die Vertragsverhandlung – taktische, strategische und rechtliche Elemente“ widmet sich schwerpunktmäßig der Verhandlungsführung. Wird dieses Thema – insbesondere in der juristischen – Ausbildung vernachlässigt?

In den USA bietet praktisch jede Law School Schulungen in diesem Bereich an, da Verhandlungen für Anwälte zum täglichen Geschäft gehören und Kenntnisse in diesem Bereich damit zu den Schlüsselkompetenzen eines Anwalts zählen. In Deutschland ist ein solches Angebot dagegen wohl immer noch die Ausnahme. Selbst dort, wo es existiert, reichen die angebotenen Schulungsplätze meist nur für einen Bruchteil der Studierenden. Einzig die Mediatorenausbildung enthält auch in Deutschland eigentlich immer Elemente zur Verhandlungsführung. Aufgrund des Ausbildungsmankos der deutschen Anwälte sind wir von einer größeren Kanzlei beispielsweise gebeten worden, die jüngeren Anwälte in Verhandlungsführung zu schulen.

Halten Sie „Verhandlungsführung“ für eine erlernbare Schlüsselkompetenz eines Anwalts?

Wir glauben, dass „Verhandlungsführung“ die Schlüsselkompetenz schlechthin für Anwälte ist. Die Arten der Verhandlungen sind zwar sehr verschieden, aber ein Großteil des anwaltlichen Berufslebens besteht gerade aus Verhandlungen. Hierzu gehören insbesondere das Aushandeln von Verträgen für Dritte, Mediationsverhandlungen, Vergleichsverhandlungen für Mandanten, Verhandlungen innerhalb der Anwaltskanzlei z.B. mit eigenen Mitarbeitern, aber auch mit Mandanten und Dienstleistern. Außerdem heißt die inzwischen im Zivilrecht ja selten gewordene Gerichtsverhandlung nicht nur Verhandlung, sondern enthält auch zentrale Elemente einer Verhandlung. Das Gute ist, dass die Schlüsselkompetenz „Verhandeln“ erlernbar ist ...

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