BaFin zu Closet Indexing: Angaben in den Verkaufsprospekten von Investmentvermögen

Mit Datum vom 4. April 2017 hat die BaFin sich nach erfolgter Konsultation Ende letzten Jahres nun zu den Angaben in Verkaufsprospekten von Investmentvermögen mit Closet Indexing geäußert. „Closet Indexing“ beschreibt die Praxis, einen Fonds in den Vertriebsunterlagen als aktiv verwaltet zu bezeichnen, obwohl dieser sehr eng an einen Referenzwert angelehnt ist und daher eine eher passive Anlagestrategie zu verfolgen scheint. Ein im Zusammenhang mit „Closet Indexing“ erhobener Vorwurf ist, dass der Anleger in den Vertriebsunterlagen nicht ausreichend über die Anlagepolitik des Fonds informiert bzw. möglicherweise sogar in die Irre geführt wird.

Ausgehend von einer im Wesentlichen quantitativen Untersuchung der ESMA hat die BaFin im Laufe des Jahres 2016 eine eigene Untersuchung durchgeführt, die neben einem quantitativen auch einen prozessorientierten Ansatz verfolgt hat. Die BaFin hat im Rahmen ihrer Untersuchung zunächst von den Gesellschaften die Kennzahlen r², tracking error und – soweit von der Gesellschaft erhoben – active share abgefragt. Die Abfrage beschränkte sich auf OGAW-Aktienfonds (tatsächliche oder vertragliche Aktienquote > 50%), die im gesamten Zeitraum 2011 bis 2015 aufgelegt waren und ein Fondsvolumen von mehr als 10 Millionen Euro aufwiesen.

Im Ergebnis sieht die BaFin Verbesserungspotential bei der Information der Anleger und hält eine „Transparenzlösung“ für angemessen. Im Rahmen dieser Transparenzlösung soll die Kapitalverwaltungsgesellschaft angehalten werden, sich dahingehend verbindlich festzulegen, ob der von ihr verwaltete Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird. Die Festlegung wäre durch eine entsprechende auf den konkreten Fonds bezogene Begründung zu plausibilisieren ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK