Mandant abgetaucht und Rechnung noch offen

Wenn Mandanten abtauchen, kann das – über das wortwörtliche Verständnis hinaus – zwei Gründe haben. 1. Sie sind im Urlaub oder beruflich in einem Projekt gebunden, so dass sie kurzfristig nur schwer zu erreichen sind. 2. Sie ignorieren bewusst Anrufe, E-Mails oder Briefe, weil sie schlicht nicht erreichbar sein wollen. Problematisch wird das letztgenannte Verhalten bei offenen Honorarforderungen.

Kanzleiinhaber vs. Syndikus

Zu den Komfortmerkmalen des freien Berufs als Anwalts gehört es unbestreitbar, Mandate auch ablehnen zu können. Die freie Zeiteinteilung gehört ebenso dazu. Welcher angestellte Konzernjurist könnte einfach so an einem Nachmittag freinehmen, um an einem sonnigen Nachmittag spontan eine Runde mit dem Motorrad oder auf dem Golfplatz zu drehen?

Im Gegenzug genießt der Syndikus aber den Vorteil, dass sich sein nichtanwaltlicher Arbeitgeber das Gehalt überweist, während Kanzleiinhaber sich selbst um ihre Honorare kümmern müssen. Rein vom organisatorischen Aufwand kann das manchmal lästig sein, weil Back-Office-Tätigkeiten dieser Art eben nicht zur Kernkompetenz gehören. An die Substanz, und das im doppelten Sinn, kann es dann gehen, wenn Mandanten abtauchen und berechtigte Honorarforderungen nicht ausgleichen wollen.

Vorkasse… muss (nicht) sein

Üblicherweise gehört es zum allgemeinen Berufsrisiko als Anwalt dazu, erst zu beraten und anschließend die Rechnung zu stellen. In der Paraphrase: Anwälte gehen für ihre Mandanten in Vorleistung. Trotzdem muss die Kanzleimiete ebenso bezahlt werden wie die Mitarbeiter, die laufenden Ausgaben für weitere Infrastruktur wie Telekommunikation, Büromaterial oder einfach nur Porto. Dagegen können sich die offenen Honorarforderungen – abhängig vom eigenen Organisationsgrad und der Zahlungsbereitschaft der „guten“ Mandanten – schnell auf zwei bis drei Monatsumsätze summieren ...

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