FischerIn im Unrecht

Eine feministische taz-Journalistin wollte über das Frauenbild des mächtigen Richters Thomas Fischer schreiben, der sich ihrer Wahrnehmung nach über Frauen despektierlicher äußere als über Männer. (Untstreitig schreibt er nicht durchgehend galant.) Sie nahm Fischers Gastfreundschaft in dessen Privathaus in Anspruch, änderte allerdings nachträglich das Format von Recherche zu O-Ton-Interview, das sie verschriftlichte und nach eigenen Vorstellungen kürzen wollte.

Da man das eigene Wort gegen sich gelten lassen muss, hat man jedoch Anspruch darauf, authentisch zitiert zu werden. Die Kürzungswünsche und neuen Textangebote Fischers harmonierten jedoch offenbar nicht mit der scripted reality der feministischen Enthüllungsjournalistin. Die wurde dann patzig und versuchte, ausgerechnet Fischer juristisch zu drohen. Als die naive Journalistin abgewiesen wurde, haute sie ihn mit einem schülerzeitungsmäßig geschriebenen offenen Brief endlich in die Pfanne, inklusive einer presserechtlich fragwürdigen Verdachtsberichterstattung.

Auch Richter Fischer griff zur Selbstjustiz und veröffentlichte nicht nur seine Wahrnehmung der Ereignisse, sondern eigenmächtig auch eine Entwurfsfassung für das Interview. Dies ist medienrechtlich auch nicht unspannend ...

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Fischer im Recht // Lange Nacht der ZEIT

Thomas Fischer ist Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof und Kolumnist bei ZEIT ONLINE. Jeden Dienstag erscheint eine der viel gelesenen und heiß diskutierten Rechtskolumnen aus seiner Feder. Im Gespräch mit Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin DIE ZEIT, und Jochen Wegner, Chefredakteur ZEIT ONLINE, stellt er sich den ganz großen Fragen des Rechts: Was ist Schuld? Sind Terroristen Bürger? Gibt es das Böse? Sind Verbrecher mutiger als andere Menschen?


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