Trick 17: Die teure Selbstüberlistung des Mandanten

von Bernhard Schmeilzl

800 Euro Notargebühren gespart, dafür 25.000 Euro Erbstreitkosten verursacht und es erben die Falschen.

Der sprichwörtliche “Trick 17” hat es sogar zu einem Wikipedia-Eintrag gebracht. Eine spezielle Art der Mandanten-Selbstüberlistung begegnet uns immer mal wieder im Bereich Erbrecht, pro Jahr im Schnitt ein bis zwei Mal: Jemand möchte ein Testament erstellen, geht zum Notar und bespricht den gewünschten Inhalt. Der Notar erstellt einen Entwurf des Testaments und schickt ihn an den Mandanten. Nun kommen offenbar nicht wenige Mandanten auf den Gedanken, der lästige Beurkundungstermin sei entbehrlich. Man könne das Testament ja genau so gut einfach zuhause unterschreiben und fertig ist die Laube. Spart Zeit und Notargebühren.

Nun, diejenigen Mandanten, die sich dann wenigstens die Mühe machen, den Text des Notars eigenhändig abzuschreiben, können Glück haben. Sofern sie die notartypischen Passagen “erschien vor mir in meinen Amtsräumen”, “mit der Bitte um Beurkundung wird erklärt” und “diese Niederschrift wurde von mir verlesen, genehmigt und eigenhändig unterschrieben” umformulieren bzw. weglassen, ist das Testament als eigenhändiges Testament formwirksam. Es muss nur klar daraus hervorgehen, dass es sich gerade nicht um einen Entwurf handelt.

Die Vorteile des notariellen Testaments (erspart den Erbschein) sind dann natürlich flöten und der Notar wird übrigens auch ohne Beurkundung irgendwann eine Rechnung für den Entwurf stellen. Aber es existiert in diesen Fällen wenigstens ein wirksames Testament. Zwar unkonventionell zustande gekommen, aber gültig.

Der unterschriebene Entwurf des notariellen Testaments

Allerdings gibt es auch Mandanten, die einfach nur den vom Notar zugeschickten Entwurf unterschreiben, also den Ausdruck des Testamentstextes ...

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