Doppelte Steuerersparnis durch die Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers zu zweit?

Das häusliche Arbeitszimmer – ein ewiges Streitthema im Steuerrecht.

Streitpunkte sind sowohl die Anerkennung als solche (wie z.B. in den hier und hier dargestellten Entscheidung) als auch die Höhe bzw. der Umfang (worüber wir z.B. hier berichtet hatten).

Wird ein häusliches Arbeitszimmer als solches und die hierfür getätigten Ausgaben im konkreten Fall anerkannt, so kann der Steuerpflichtige nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 aber nur maximal € 1.250 einkünftsmindernd geltend machen.

Wie ist es aber nun zu beurteilen, wenn mehrere Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam nutzen?

Der Bundesfinanzhof ist nun in zwei Entscheidungen unter Abänderung seiner früheren Rechtsprechung zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Höchstbetragsgrenze von 1.250 € personenbezogen anzuwenden ist, so dass jeder von ihnen seine Aufwendungen hierfür bis zu dieser Obergrenze einkünftemindernd geltend machen kann.

Der Bundesfinanzhof ist bislang von einem objektbezogenen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer ausgegangen. Die abziehbaren Aufwendungen waren hiernach unabhängig von der Zahl der nutzenden Personen auf 1.250 € begrenzt. Nunmehr kann der Höchstbetrag von jedem Steuerpflichtigen in voller Höhe in Anspruch genommen werden, der das Arbeitszimmer nutzt, sofern in seiner Person die Voraussetzungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 EStG erfüllt sind.

In dem einen der beiden nun entschiedenen Fällen nutzten die Kläger gemeinsam ein häusliches Arbeitszimmer in einem Einfamilienhaus, das ihnen jeweils zur Hälfte gehörte ...

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