Berufsunfähigkeitsversicherung: Worauf es ankommt

von Michael Schmidl

Bei der Bemessung des Grades der Berufsunfähigkeit kommt es grundsätzlich auf die Tätigkeit in Vollzeit an, selbst wenn die versicherte Person zum Zeitpunkt des Eintritts der Berufsunfähigkeit ihre berufliche Tätigkeit aus familiären Gründen nur in Teilzeit ausgeübt hat. Dies hat das Oberlandesgericht Nürnberg mit Urteil vom 30.11.2015 — Az. 8 U 697/14 festgestellt; der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 21.12.2016 – IV ZR 553/15 die seitens des Versicherers dagegen erhobene Nichtzulassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen.

Hintergrund:

Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll die wirtschaftlichen Risiken einer vorzeitigen Berufsunfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung absichern. Trotz der Berufsbezogenheit bezieht sich der Versicherungsschutz allein auf die Wahrung des erreichten sozialen Status durch die bisherige bzw. – sofern im Versicherungsvertrag vereinbart – anderen Erwerbstätigkeit. Der Versicherungsfall tritt danach regelmäßig ein, wenn die versicherte Person während der Dauer der Versicherung zu mindestens 50 % berufsunfähig wird. Maßgebend ist dabei grundsätzlich die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in ihrer konkreten Ausgestaltung in gesunden Tagen.

Mit der Frage, auf welches Tätigkeitsbild es ankommt, wenn die versicherte Person zum Zeitpunkt des Eintritts der Berufsunfähigkeit — familiär bedingt — nur in Teilzeit tätig war, hatte sich das Oberlandesgericht Nürnberg in der gegenständlichen Entscheidung zu befassen.

Die Entscheidung:

Bis zu Ihrem Unfall verlief das Leben der Versicherten in geordneten Bahnen: Sie hatte bereits im Rahmen ihrer Ausbildung eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen und im erlernten Beruf in Vollzeit gearbeitet. Nachwuchs kündigte sich an und es folgte eine Auszeit vom Beruf ...

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