Was muss der (Mit-)Urheber einer Software beweisen, um die Rechtsverletzung eines Dritten verfolgen zu können?

Komplexe Software wird „im Regelfall nicht von einer Person alleine entwickelt. Dies gilt auch für Open Source Software, wie zum Beispiel Linux. Im Gegensatz zu rein kommerziellen Entwicklungen bietet Open Source Software den Nutzern regelmäßig die Möglichkeit diese Software selbständig weiterzuentwickeln oder in andere Software zu integrieren. Diese Möglichkeiten werden den Nutzern jedoch nicht uneingeschränkt eingeräumt. Im Falle von Linux wird dieser Art der Verwendung davon abhängig gemacht, dass die Weiterentwicklungen wiederum jedermann zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Die entsprechenden Lizenzbedingungen sind im Falle von Linux u.a. in der GNU General Public License der Version 2, kurz GPL-2.0 zu finden. Verstößt jedoch ein Nutzer von Linux gegen die vorgenannten Vorgaben, so kann jeder Miturheber von dem Nutzer, der die wirksamen Teile der Lizenzbedingungen nicht beachtet hat, das Unterlassen seiner rechtswidrigen Handlung fordern. Dass die Durchsetzung dieser Rechte jedoch im Einzelfall nicht ganz einfach ist, musste ein Miturheber des Software-Kernels von Linux in einem Rechtsstreit, den er mit dem Herausgeber der Software VMware vor dem Landgericht Hamburg (Urteil vom 8. Juli 2016, Az.: 310 O 89/15)führte‚ erfahren.

Was war passiert?

Mit der Software VM-Ware kann man auf einem Computer neben dem dort eigentlich installierten Betriebssystem weitere Betriebssysteme in einer virtuellen Umgebung laufen lassen. Insofern ist es unter Zuhilfenahme der Software VMware zum Beispiel möglich auf einem Computer, auf dem eigentlich ein Windows Betriebssystem läuft, auch andere Betriebssysteme, wie zum Beispiel Linux, laufen zu lassen.

Der Kläger behauptete an verschiedenen Versionen des Kernels des Betriebssystems Linux mitgearbeitet und insofern Miturheberrechte erlangt zu haben ...

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