Reisemangel bei Austausch des Kreuzfahrtschiffes?

Das AG München hat entschieden, dass kein Reisemangel vorliegt, wenn ein Reiseunternehmen abweichend vom Katalog eine Kreuzfahrt mit einem anderen vergleichbaren Schiff durchführt (Urteil vom 30.06.2016 – 133 C 952/16).

Der beklagte Münchner buchte bei der Klägerin, die als Reiseunternehmen Reisen anbietet, für sich und seine Ehefrau auf der Grundlage eines Angebots im Katalog der Klägerin eine siebentägige Flusskreuzfahrt auf der Rhone. Die Reise sollte mit dem im Katalog benannten Schiff stattfinden. Der Reisepreis betrug für eine „Glückskabine auf allen 3 Decks Haupt-/ Mittel oder Oberdeck“ 899 Euro pro Person. Der Beklagte zahlte einen Zuschlag von 180 Euro pro Person für eine „2-Bett Garantie-Kabine auf dem Oberdeck“.

Im März 2015 erhielt er ein Schreiben der Klägerin, in dem diese mitteilte, dass die Flussfahrt nicht mit dem im Katalog benannten Schiff, sondern mit einem vergleichbaren Fünfsterneschiff stattfinden werde. Weiterhin ergab sich aus den mitübersandten Kofferanhängern, dass dem Beklagten die Kabine 318 zugeteilt worden war. Daraufhin kündigte der Beklagte am 18.03.2015 den Reisevertrag und verlangte die Rückzahlung seiner Anzahlung.

Das Reiseunternehmen stellte dem Beklagten Stornokosten in Höhe von 809,25 Euro pro Person in Rechnung abzüglich der geleisteten Anzahlung. Die Kündigung des Beklagten sei nicht berechtigt gewesen, da dem Beklagten keine geringwertigere Kabine als die Gebuchte angeboten worden sei. Die ihm zugewiesene „Mini-Suite“ stelle sogar ein Upgrade dar. Eine besondere Lage der Kabine sei dem Beklagten nie zugesichert worden.

Zum Vorliegen eines Mangels im Reiserecht

Ein Reisender kann den Reisevertrag gemäß § 651e BGB kündigen, wenn ein Mangel vorliegt. Dafür muss es sich um einen Mangel nach der in § 651c BGB bezeichneten Art handeln ...

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