Wirksamkeit einer nur noch als Fotokopie vorhandenen letztwilligen Verfügung

OLG Düsseldorf, Beschluss vom 16.11.2016 – Az. I-3 Wx 250/15

Der Erblasser war Witwer. Aus der Ehe mit seiner vorverstorbenen Ehefrau gingen drei Töchter hervor. Im Jahr 1980 hatte der Erblasser ein notariell beurkundetes Testament errichtet, dessen Regelungen im Ergebnis vorsahen, dass im Falle des Vorversterbens seiner Ehefrau nur eine seiner Töchter seine alleinige Erbin sein sollte. Nach dem Tod des Erblassers wurden Fotokopien eines vollständig handschriftlichen Schriftstücks zur Nachlassakte gereicht, das folgenden Wortlaut hatte:

„Testamentliche Verfügung des Unterzeichners über sein Vermögen. (Die testamentliche Verfügung Ur.Nr. 2160/1980 D vom 08.12.80 tritt hiermit außer Kraft)

Nach meinem Ableben beerbt mich meine Frau. Nach dem Tode meiner Frau (nach meinem Tode) soll über unser gemeinsames Vermögen wie folgt verfügt werden: Nach Vollendung des 18. Lebensjahres sollen meine 9 Enkelkinder (….) zu gleichen Teilen dann meine Frau beerben.

(Ort, Datum sowie Unterschrift mit Vor- und Nachname des Erblassers)“

Die verstorbene Ehefrau des Erblassers hinterließ ein eigenhändiges Testament des Inhalts:

„Testamentliche Verfügung

Nach meinem Ableben beerbt mich mein Mann.

Nach dem Tode meines Mannes und nach meinem Tod soll über unser gemeinsames Vermögen wie folgt verfügt werden:

Nach Vollendung des 18. Lebensjahres sollen uns meine 9 Enkelkinder …. zu gleichen Teilen beerben.

(Ort, Datum sowie Unterschrift mit Vor-, Nach- und Geburtsnamen der Ehefrau)“

Nach dem Tode der Ehefrau wurde ein Erbschein nach dieser erteilt, der den Erblasser als Vorerben und die neun Enkel als Nacherben auswies. Im Jahr 2009 wandte sich der Erblasser wegen der Regelung seines Nachlasses an einen befreundeten Rechtsanwalt ...

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