Medizinische Behandlung 2.0 – Online-Sprechstunde ab Juli 2017 von Krankenkassen bezahlt

von Michaela Hermes

Medizinische Behandlung 2.0 – Online-Sprechstunde ab Juli 2017 von Krankenkassen bezahlt von Michaela Hermes, LL.M., veröffentlicht am 26.01.2017

Der Doktor auf dem Smartphone-Bildschirm überall mit dabei? Noch ist das eine Zukunftsvision. Einige Ärzte wollen ihre Technik für Video-Sprechstunden umrüsten. Denn ab dem 01. Juli 2017 können alle niedergelassenen Ärzte die digitale Sprechstunde anbieten. So sieht es das E-Health-Gesetz (§ 291g SGB V) vor. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten. Wie hoch die Vergütung sein wird, ist noch nicht festgelegt.

Aktuelle Studie

Patienten dürfen über eine verschlüsselte Internetverbindung und eine Webcam ihren Arzt kontaktieren. Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: Keine weiten Wege, überfüllte Wartezimmer und lange Wartezeiten mehr. Doch in der Bevölkerung überwiegt die Skepsis. Nach einer neuen Studie des Institutes für Demoskopie Allensbach wollen 70 % der 1400 Befragten nicht ihren Arzt per Video konsultieren (FAZ Sonntagszeitung vom 08.06.2017). Gerade die über 60-Jährigen lehnen die Video-Sprechstunde zu 88 % ab. Dabei könnten sie am meisten davon profitieren. Auch die Gruppe der 30- bis 44-Jährigen steht zu 63 % einem Kontakt via Bildschirm ablehnend gegenüber. Nur die unter 30-Jährigen sind zu 41 % einem Chat mit dem Online-Doktor aufgeschlossen.

Fernbehandlung

Muss der Patient den Arzt persönlich treffen? Ja und nein, lautet die Antwort. Noch immer ist in der Berufsordnung der Ärzte (§ 7 Abs. 4 MBO) das „Verbot der Fernbehandlung“ normiert. Dort steht, dass die Mediziner unmittelbar behandeln müssen. Ausschließlich virtuell darf die Behandlung danach nicht ablaufen. Ein rechtlicher Graubereich? Die Landesärztekammer Baden-Württemberg http://www.aerztekammer-bw.de/news/2016/2016-07/pm-telemedizin/index.html hat das „Fernbehandlungsverbot“ inzwischen gelockert ...

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