Auf den Hund gekommen: 9 tierisch aktuelle Urteile

von Jannina Schäffer

In Deutschland leben momentan schätzungsweise knapp 30 Millionen Haustiere. Die größten Anteile stellen laut Schätzungen des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) Katzen und Hunde dar. Obwohl der Hund der „beste Freund des Menschen“ sein soll, gibt es in Deutschland inzwischen aber fast doppelt so viele Katzen (ca. 13 Millionen) wie Hunde (ca. 7 Millionen). (statista.com )

Dass es bei so vielen Tieren auf oft kleinem Raum viele Streitigkeiten gibt, erklärt sich von selbst. Zu den Klassikern dürften Hundebisse, Sachbeschädigungen, Autounfälle mit Tiere und Reitunfälle zählen. Kein Wunder also, dass sich auch deutsche Gerichte immer wieder mit Fragen rund um die Haustierhaltung beschäftigen müssen:

Fetisch setzt Tierschutz nicht außer Kraft:

(VG Koblenz, 06.07.2016, AZ.: 2 K 30/16.KO)

Das VG Koblenz musste sich letztes Jahr mit einem mehr als kuriosen Fall auseinandersetzen. Der Halter von elf Deutschen Doggen sammelte in Plastiktüten, Eimern und seiner Badewanne die Hinterlassenschaften seiner und anderer Hunde. Bei einer tierschutzrechtlichen Kontrollen wurden in seiner Wohnung daraufhin starke Verschmutzungen festgestellt. Das zuständige Amt untersagte dem Mann deswegen jegliche Haltung und Betreuung von Tieren. Hiergegen klagte der Mann mit der Begründung, dass der Hundekot ihm als Stimulus der sexuellen Erregung und Befriedigung diene. Mit dieser Begründung hatte er vor dem VG Koblenz jedoch keinen Erfolg. Die Fäkalien und der durch Urin stark erhöhte Ammoniakgehalt der Luft sei extrem belastend und schädlich. Der Fetisch des Mannes rechtfertige es nicht, dass die Hunde hierunter leiden, sodass der Tierschutz hier vorgehe. Das Verbot war rechtmäßig, da der Mann nicht zu einer artgerechten Tierhaltung fähig war.

Tierärzte haften bei Fehldiagnose:

(BGH, 10.06.2016, AZ.: VI ZR 247/15)

Der BGH hat 2016 eine Grundsatzentscheidung zur Haftung von Tierärzten für Fehldiagnosen gefällt ...

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