BVerwG: Ist die Tätigkeit als Flugbegleiter für den Erwerb der für den Richterberuf notwendigen sozialen Kompetenz förderlich?

A. Sachverhalt (leicht vereinfacht)

K steht als Richter am Amtsgericht im Dienst des Landes Berlin. Im Rahmen seines Studiums ließ er sich während eines Urlaubssemesters im September 1994 zum Flugbegleiter ausbilden und war anschließend für 6 Monate in diesem Beruf in Vollzeit tätig. Von 1995 bis 1998 arbeitete er insgesamt vier Jahre lang studienbegleitend im Umfang einer Halbtagsbeschäftigung als Fluggastabfertiger auf einem Flughafen. Aufgabe eines Flugbegleiters (sogenannter Steward) ist die Erbringung von Serviceleistungen vor, während und nach einem Flug. Ein Fluggastabfertiger (sogenannter Bodensteward) hat u. a. die Aufgabe, die Flugscheine der Passagiere am Schalter zu überprüfen, ihnen Sitzplätze zuzuweisen und die Bordkarten auszugeben. Ferner fertigt er das Fluggepäck ab und kontrolliert die Reisedokumente der Passagiere.

Zunächst war K als Richter in einem anderen Bundesland tätig. Zum 1. März 2011 wurde er nach Berlin abgeordnet und mit Wirkung vom 1. September 2011 dorthin versetzt.

Aufgrund der zu berücksichtigenden Erfahrungszeiten setzte die in Berlin zuständige Behörde zum 1. September 2011 ein Grundgehalt der Stufe 3 nach § 1b I Nr. 1 LBesG Berlin iVm §§ 38, 38a BBesG Berlin fest. Dabei lehnte sie die von K beantragte Anerkennung von Zeiten seiner Tätigkeit als Flugbegleiter und Fluggastabfertiger als besoldungsrelevante Erfahrungszeiten ab. Zur Begründung führte die Behörde an, es bestehe keine hinreichende Gewähr dafür, dass diese Zeiten für den Erwerb der sozialen Kompetenz förderlich gewesen seien.

Nach erfolglosem Vorverfahren erhebt K dagegen form- und fristgerecht Klage und begehrt, die Zeiten, in denen er als Flugbegleiter und Fluggastabfertiger tätig war, als Erfahrungszeiten nach § 38a I Nr. 3 Alt. 2 BBesG Berlin anzuerkennen und eine höhere Stufe des Grundgehalts als die bewilligte Stufe 3 festzusetzen.

Hat die Klage des K Aussicht auf Erfolg?

B ...

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