Toller Vater! Zahnarzt versucht Sohn ums Erbe zu bringen: Sportwagen für Total-Erbverzicht

von Thorsten Blaufelder

Wenn ein Vater seinem gerade 18 Jahre alt gewordenen Sohn einen Erbverzicht im Tausch gegen einen Sportwagen anbietet, kann dies sittenwidrig sein. Das gilt jedenfalls, wenn die Übergabe des Sportwagens auch noch an berufliche Bedingungen geknüpft wird, wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamm in einem am Dienstag, 10.01.2017, bekanntgegebenen Urteil entschied (AZ: 10 U 36/15). Im konkreten Fall habe ein Zahnarzt aus Detmold die Sportwagen-Begeisterung und Unerfahrenheit seines Sohnes sittenwidrig ausgenutzt.

Der 1995 geborene Sohn wuchs bei seiner Mutter im Rheinland auf, nachdem die Ehe der Eltern 1997 geschieden wurde. Im Sommer 2013 brach der dann 17-Jährige die Schule ab, zog zu seinem Vater und begann in Detmold eine Ausbildung zum Zahntechniker. Der Vater kaufte einen Sportwagen Nissan GTR X für rund 100.000,00 €. Der Sohn war begeistert und durfte den Flitzer einige Male schon lenken.

Wenige Tage nach seinem 18. Geburtstag nahm der Zahnarzt ihn mit zu einem Notar in Paderborn. Dort vereinbarten Vater und Sohn einen kompletten Erbverzicht, sogar auf den Pflichtteil. Im Gegenzug sollte der Sohn nach seinem 25. Geburtstag den Sportwagen erhalten – vorausgesetzt, er schließt seine Ausbildung zum Zahntechnikergesellen und -meister mit sehr gutem Ergebnis ab.

Doch der Sohn brach jedoch seine Ausbildung ab und kehrte zu seiner Mutter zurück. Mit seiner Klage begehrt er die Feststellung, dass der mit seinem Vater geschlossene Vertrag unwirksam ist.

Wie schon das Landgericht Detmold gab nun auch das OLG Hamm dem Sohn recht. Der Vertrag sei sittenwidrig und damit nichtig ...

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