Mindestlohnerhöhung führt zum Überschreiten der Minijobgrenze

Zum Jahreswechsel wird die Angst vieler Minijobber Realität. Durch den gestiegenen Mindestlohn überschreiten die Minijobber die 450-€-Grenze und werden voll versicherungspflichtig. Doch was bedeutet das Überschreiten der Minijobgrenze überhaupt?

Das Überschreiten der Minijobgrenze hat einen versicherungsrechtlichen Vorteil für die Arbeitnehmer. Denn durch das Überschreiten der Minijobgrenze tritt volle Versicherungspflicht in der Sozialversicherung ein. Das bedeutet, die Arbeitnehmer sind durch die Beschäftigung kranken-, renten-, arbeitslosen- und pflegeversichert. Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Minijobber sich nicht mehr kostenfrei über ihre Eltern in der Familienversicherung krankenversichern können.

Die Versicherungspflicht hat aber einen Preis. Der Arbeitnehmer muss ca. 20 % Sozialversicherungsbeiträge selbst zahlen. Allerdings sind bei einem leichten Überschreiten der Minijobgrenze die Bruttoentgelte oft noch im Gleitzonenbereich und somit sind die Sozialabgaben nicht ganz so hoch.

Aus steuerlicher Sicht kommt es beim Arbeitnehmer auf den Einzelfall an. Hat der Arbeitnehmer bislang keine Steuern gezahlt, da er mit 2 % pauschalversteuert war, kommt es mit dem Überschreiten der Minijobgrenze zur individuellen Steuerpflicht, also der Besteuerung des Arbeitseinkommens nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen des Arbeitnehmers (ELStAM). In den Steuerklasse I bis IV ist dies bis zu einem Monatsverdienst von 1.000 € im Jahr 2017 problemlos, da keine Lohnsteuer anfällt.

Wird der Arbeitnehmer dagegen in Steuerklasse V besteuert, so steigt die Belastung von rund 60 € bei 600 € Verdienst auf über 115 € bei 1.000 € Bruttolohn ...

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