„Ich schlage dir in die Fresse!“ oder kein Gewohnheitsrecht auf einen festen Arbeitsplatz

von Thorsten Blaufelder

Jan 10

Wird ein Krankenpfleger unbefristet und über Jahre auf einer bestimmten Station einer Klinik eingesetzt, kann ihn der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts trotzdem wieder versetzen. Dass der Arbeitnehmer sich gegenüber einem Rettungssanitäter aggressiv verhalten und bei einem Patienten die Blutentnahme verweigert hat, sind dabei ausreichende Gründe für eine Versetzung, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 03.11.2016 (AZ: 5 Sa 110/16).

Geklagt hatte ein Krankenpfleger aus dem Raum Pirmasens, der seit Oktober 1995 in einer großen kommunalen Klinik arbeitete. 1997 wurde er zunächst befristet in der zentralen Notaufnahme eingesetzt, die besonders durch hohes Patientenaufkommen gekennzeichnet war. Auf Wunsch des Beschäftigten hin bestätigte schließlich der Pflegedienstleiter schriftlich, dass der Krankenpfleger unbefristet in der Notaufnahme arbeiten könne.

Doch 2015 versetzte die Klinik den Mann auf eine stressfreiere Normalstation. Grund waren zwei Vorfälle, die dem Krankenpfleger vorgeworfen wurden. So habe er einem Rettungssanitäter sinngemäß gesagt „Ich schlage dir in die Fresse“, nachdem dieser mit einem in einem Rollstuhl befindlichen Patienten gegen einen Tisch gefahren war ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK