Fondsverschmelzung – ein Ärgernis für Anleger und Steuerberater

von Christian Herold

Die Schließung oder Verschmelzung von offenen Investmentfonds ist heutzutage leider keine Seltenheit. In der Regel sind derartige Vorgänge erst einmal mit Arbeit für die Anleger verbunden, da sie sich um eine Neuanlage des rückgezahlten Geldes kümmern oder aber – im Falle der Verschmelzung – entscheiden müssen, ob sie ihre Anteile im neuen Fonds aufgehen lassen oder von dem Rücknahmeangebot Gebrauch machen. In der Regel sind die Vorgänge aber auch mit Arbeit für den steuerlichen Berater verbunden, da die Mandanten von ihm wissen möchten, welche Konsequenzen Anteilsrückgabe bzw. Verschmelzung haben. Insbesondere wenn die Fondsanteile bereits vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, ist zu prüfen, ob mit der Verschmelzung ein (steuerfreier) Verkauf der alten Fondsanteile und ein Erwerb neuer, von nun an steuerverhafteter Fondsanteile verbunden sind. Kürzlich durfte ich diesbezüglich einen besonders ärgerlichen Fall erleben. Eine namhafte Fondsgesellschaft informierte ihre Anleger, dass ihr Teilfonds mit einem anderen Teilfonds derselben Gesellschaft verschmolzen wird.

Ärgernis Nummer 1: Grund für die Verschmelzung war nach eigener Aussage, dass der zu verschmelzende Teilfonds zu klein sei, um für seine Anteilseigner „kosteneffizient gemanagt und verwaltet“ zu werden. Aber: Die Verwaltungskosten des neuen, nun größer gewordenen Fonds sind (prozentual und tatsächlich) höher als die des alten, kleineren Teilfonds. (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

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