Wenn der Postmann keinmal klingelt…

von Rechtsanwalt Jürgen Just

„Wenn der Postmann zweimal klingelt“ heißt ein Filmdrama aus dem Jahr 1981. Heutzutage müsste es eher heißen „Wenn der Postmann keinmal klingelt“. Das ist dann zwar kein Film mehr, aber für den ein oder anderen immer noch ein Drama. Fast jeder dürfte mittlerweile schon die Erfahrung mit Paketboten gemacht haben, die sich erst gar nicht mehr die Mühe machen, beim Empfänger zu klingeln, sondern direkt ein Abholkärtchen in den Briefkasten einwerfen.

Schlimmer als ein Paketbote, der das Paket lieber bei der nächsten Annahmestelle hinterlegt, statt es dem Empfänger persönlich auszuhändigen, ist aber der Paketbote beziehungsweise Briefzusteller, die die Sendung gleich ganz entsorgt. Sei es, weil er keine Lust zu arbeiten hat und das Päckchen oder die Briefe direkt in den Müll wirft oder weil er sich möglichweise selbst für den Inhalt des Paketes interessiert. In Anbetracht der Umstände, unter denen die Paketzusteller im Vergleich zu früher heute arbeiten, ist dies auch nicht wirklich verwunderlich. Es reicht mitunter schon der Blick auf die rostbelaubten, maroden Sprinter ohne jegliches Firmenlogo, mit denen manche Paktezusteller als Sub-Sub-Sub-Unternehmer im Auftrag von Firma XY (meist nur erkennbar am selbst ausgeruckten Zettel hinter der Windschutzscheibe) unterwegs sind, um die Post an den Mann und die Frau zu bringen. Scheinselbständigkeit und Hungerlohn tun gepaart mit einer geringen Hemmschwelle dann ihr Übriges und führen dazu, dass Pakete und Briefe nicht mehr dort ankommen, wo sie es eigentlich sollten. Jüngst berichtete der Kollege Will über im Müll entsorgte Briefpost im Saarland.

Den „allgemeinen Sendungsschwund“ kommentierte bereits das Verwaltungsgericht Saarlouis in seinem Urteil vom 31.3.2010 (Az. 11 K 700/08) nicht ohne Grund mit gewisser Süffisanz (dort bezogen auf die Deutsche Post AG):

„Die Deutsche Post AG nimmt wie ihre Konkurrenten am Wirtschaftsleben teil ...

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