Eltern drohen Krampus mit juristischen Konsequenzen

von Stephan Weinberger

Der Auftritt eines Krampus aus dem Landkreis München bei einer Nikolausfeier hatte nun ein böses Nachspiel: Per Brief forderten ihn die Eltern eines Kindes auf, sich für einen Klaps mit der Rute zu entschuldigen. Die Eltern argumentieren mit dem „Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung (1631 Abs. 2 BGB)“, welches es den Personensorgeberechtigten verbietet, ein Kind zu schlagen oder ihm auch nur einen Klaps zu geben. Der Mann, der den Krampus spielte, sieht für eine Entschuldigung jedoch keinen Anlass.

Der Advent 2016 wird Georg Loidl noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. Anfang Dezember veranstaltete die Spielvereinigung Höhenkirch eine Nikolausfeier für die Junioren-Fußballerinnen. Einen Monat nach seinem Auftritt wurde ihm ein Beschwerdebrief vorgelegt. Für seinen Einsatz der Rute soll er sich bei den Eltern eines Mädchens entschuldigen. Bereits seit 26 Jahren tritt Loidl als Krampus auf, doch sowas hat er noch nie erlebt.

Zu der Veranstaltung waren auch die Eltern eingeladen. Für die jungen Kickerinnen im Alter zwischen neun bis zehn hatten die Vereinstrainer jeweils kleine Verse und Geschenke vorbereitet. Wie es Tradition ist, war auch der Nikolaus samt Krampus anwesend. Während der Nikolaus die Kinder lobte, verteilte der kettenrasselnde Krampus auch ab und zu einen Klaps mit der Rute. „So wie es eben Brauch ist“, gab Loidl gegenüber der Zeitung an. Dass er einem Kind einmal zuviel Angst gemacht hätte, daran kann Loidl sich nicht erinnern. Das gilt auch für die besagte Veranstaltung, dort hätte es keinerlei Anzeichen gegeben, dass ein Kind Angst gehabt hätte ...

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