Reisen mit Kindern - was ist zu beachten

Beim Reisevertrag sind die mitreisenden Kinder i.a. nicht Vertragspartner des Reiseveranstalters, also nicht Reisende im Sinne des Reisevertragsrechts. Sie haben daher auch keine unmittelbaren vertraglichen Ansprüche gegen den Veranstalter. Für den Fall, daß sich Reisemängel nur auf mitreisende Kinder auswirken, ist zu prüfen, inwieweit die Reiseleistung insgesamt mangelhaft ist. Danach berechnet sich dann eine etwaige Minderung. Vertragliche Schadensersatzansprüche stehen den Kindern unmittelbar zu, da der Reisevertrag ihnen gegenüber "Schutzwirkung für Dritte" hat.

Entscheidungen, die sich mit mitreisenden Kindern beschäftigen, liegen in mehreren Bereichen vor:

Kinder erleben Urlaub anders als Erwachsene. Bei ihnen kommt es i.a. nicht auf den Erholungswert, sondern auf den Erlebniswert des Urlaubs an (AG Kleve, NJW-RR 1999, 489). Sie sind noch nicht in der Lage, zwischen Urlaubszeit und sonstiger Zeit zu differenzieren und können demnach auch keine Urlaubsfreude entwickeln (AG Bad Homburg, RRa 1999, 165). Deshalb wird Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit (§ 651f Abs.2 BGB) bei Kleinkindern nicht zugebilligt. Die Grenze wird zum Teil erst mit der Einschulung gezogen (LG Hannover, 22.02.2000 - 17 S 1872/99). Bei größeren Kindern wird der Schadensersatzanspruch auf Grund Schätzung nach Alter abgestuft gewährt. Das LG Hannover hat in der zitierten Entscheidung einem 7-jährigen Kind 20 DM (entspricht ca. EUR 10) pro Tag zugebilligt ...

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