Urteil oder Beschluss, Berufung oder Beschwerde?

Das Bundesgericht hat einen neuen Grundsatzentscheid zum Fristenrecht fällen müssen. Zu entscheiden war die Frage des Beginns des Fristenlaufs für eine Beschwerde gegen ein Urteil (BGE 6B_654/2016 vom 16.12.2016, Publikation in der AS vorgesehen).

Ich beschränke mich hier auf das Ergebnis und auf die (notwendigen) Erläuterungen des Bundesgerichts dazu:

Im Falle eines Urteils ist Art. 384 lit. a StPO deshalb dahingehend auszulegen, dass die Frist für die Beschwerde mit der Eröffnung des schriftlich begründeten Entscheids beginnt (E. 3.4.4).

Und die Anmerkungen dazu:

Wäre das Urteil nicht ohnehin schriftlich zu begründen gewesen, hätte es dem Beschwerdeführer unabhängig von den Erklärungen des Verurteilten und der übrigen Parteien offengestanden, ein begründetes Urteil zu verlangen. Nach Art. 105 Abs. 1 lit. f und Abs. 2 StPO stehen den in ihren Rechten unmittelbar betroffenen anderen Verfahrensbeteiligten die zur Interessenwahrung erforderlichen Verfahrensrechte einer Partei zu. Eine faktische oder indirekte Betroffenheit genügt nicht (BGE 137 IV 280 E. 2.2.1 S. 283) ...Zum vollständigen Artikel

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