Der Klassiker in 64. Auflage – Fischer Strafgesetzbuch 2017 erschienen

von Konstantin Stern

Die Marketing-Experten des Beck-Verlags hatten eines Tages die Idee, die beigen sog. Kurzkommentare (der Reihentitel leitet bekanntlich fehl, der Fischer hat bspw. 2.723 Seiten) mit einer leuchtend roten Bauchbinde zu verkaufen, auf der die wichtigsten eingepflegten Gesetzesänderungen notiert sind, damit dem Inhaber der Vor(vor)auflage klar werde, dass sich das angepriesene Werk deutlich von dem unterscheidet, das er bereits sein Eigen nennt. Packt man aber den Kommentar aus und entsorgt die Bauchbinde, verhindern häufig nur die Jahreszahl und die Auflagennummer, dass der Grund für den Erwerb der Neuauflage nicht allzu rasch in Vergessenheit gerät. In Bereichen, in denen der Gesetzgeber nicht regelmäßig tätig wird, kann das schnell zu ärgerlicher Geldverschwendung führen. Glücklicherweise zählt das Strafrecht nicht dazu. Seit 1984 hat allein die Zahl der Straftatbestände im StGB um 24 Prozentpunkte zugenommen (FN1).

Dabei ist der gesetzgeberische Eifer durchaus wechselhaft, weshalb sich die Neuanschaffung mal mehr, mal weniger lohnt. In diesem Jahr schlägt das Pendel deutlich zugunsten des „mehr“ aus, denn seit 1998 hat sich in keinem Jahr so viel verändert wie in diesem. Insgesamt wurden 12 Änderungsgesetze verabschiedet, durch die 10 Vorschriften neu eingefügt (darunter die geschäftsmäßige Förderung des Suizid gem. § 217 StGB, die Datenhehlerei gem. § 202d StGB, die Korruption im Gesundheitswesen gem ...

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