Verkehrssicherungspflicht für Bäume – Geschädigter trägt Beweislast für Sorgfaltspflichtverletzung

Das AG München hat jüngst eine wichtige Entscheidung zur Verkehrssicherungspflicht für Bäume getroffen. Am 16.06.2016 hat es entschieden, dass der Eigentümer eines Autos, das durch den Umsturz eines Baumes beschädigt wurde, beweisen muss, dass der Grundstückseigentümer, die Verkehrssicherungspflicht für die auf seinem Grundstück befindlichen Bäume verletzt hat.

Der Fall:
Die Beklagte (nennen wir sie E) ist Eigentümerin eines Grundstücks. Am 08.02.20141 verlor ein sich auf ihrem Grundstück befindender Baum mehrere Äste.
Die herabfallenden Zweige beschädigten den PKW der Klägerin (nennen wir sie K).
Hierbei entstand ein Schaden von 2.850 €.
K verlangt von E den Ersatz dieses Schadens zuzüglich Gutachterkosten in Höhe von 585 €, einer Nutzungsausfallentschädigung für 14 Tage sowie einer allgemeinen Kostenpauschale.

Rechtliche Einordnung:

Der K geht es um den Ersatz der ihr entstandenen Schäden nach § 823 Abs. 1 BGB.
Sie wurde in einem der enumerativ aufgezählten Rechtsgüter verletzt (Eigentum).
Als Verletzungshandlung ist eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht durch die E möglich. Hier kommt es in Betracht, dass die E entsprechende Handlungen unterlassen hat.
Zeugen hatten ausgesagt, dass der Baum immer schiefer geworden sei, die Baumwurzeln hätten bereits die Fußplatten angehoben.
Allerdings ist ein schiefstehender Baum noch lange nicht umsturzgefährdet ...

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