Der ganz normale Reichsbürger-Wahnsinn vor Gericht

von Andreas Stephan

Ein 55-jähriger Reichsbürger zog vor dem Amtsgericht Cham (Bayern) die übliche Reichsbürger-Show ab.

Der 55-jährige Frührentner musste sich wegen vorsätzlichen unerlaubten Inverkehrbringens von bedenklichen Arzneimitteln (§ 5 AMG i.V.m. § 95 Abs. 1 Nr. 1 AMG) in zwei Fällen verantworten. Gegen einen zuvor vom Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl legte er Einspruch ein, sodass eine Hauptverhandlung erforderlich war. Nach dem Aufruf der Sache kam der Mann zwar in den Sitzungssaal, weigerte sich aber, auf der Anklagebank Platz zu nehmen. Stattdessen machte er es sich im Zuhörerraum gemütlich, dabei wurde er von zahlreich anwesenden „Prozessbeobachtern“/Sympathisanten/Reichsbürgerkollegen unterstützt, die die übliche Ehrenbezeugung, sich beim Eintritt des Richters in den Sitzungssaal von den Plätzen zu erheben, verweigerten. Als der Richter sodann die Anwesenheit der Beteiligten feststellen wollte, erhob sich der Angeklagte aus dem Zuschauerraum und wedelte mit einem Schriftstück herum. Als er vom Richter gefragt wurde, ob er der Angeklagte Werner Peter Müller (Name geändert) sei, antwortete er, dass er die „juristische Person“ Werner Peter Müller aus der Familie Müller sei ...

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