Rezension: BORA/FAO

von Dr. Benjamin Krenberger

Rezension: BORA/FAO

Hartung / Scharmer (Hrsg.), BORA/FAO, Berufs- und Fachanwaltsordnung, 6. Auflage, C.H. Beck 2016

Von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Johannes Berg

Schon die Lektüre der beiden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zum anwaltlichen Standesrecht belegt, dass sich die Anwaltschaft traditionell nicht ausreichend um ihr eigenes Berufsrecht sorgt (BVerfGE 76, 171; 76, 196). Umso wichtiger ist es, Literatur zu Hilfe nehmen zu können, weshalb im Verlag C.H. Beck der bekannte Standardkommentar zur Berufs- und Fachanwaltsordnung der Rechtsanwälte von Hartung und (nunmehr) Scharmer in mittlerweile 6. Auflage erscheint.

Mit Ausnahme eher marginaler Novellen zur Begriffsklärung in den §§ 30 ff. BORA hat das anwaltliche Berufsrecht erhebliche Neuerungen erfahren, die die Neuauflage notwendig gemacht haben. Insbesondere handelt es sich um die Auflockerung der Verschwiegenheitspflicht in § 2 Abs. 3 lit. c BORA betreffend ein „Non-Legal-Outsourcing“, das Verbot der doppelten Treuhand in § 3 Abs. 1 BORA und das „Bummelei“-Verbot in § 11 Abs. 1 BORA. Mit Internationalem Wirtschaftsrecht, Vergaberecht und Migrationsrecht finden sich in § 15 FAO drei neue Fachanwaltsbezeichnungen. Schließlich existieren dank der Novelle von §§ 46-46c BRAO nun Syndikusrechtsanwälte.

Wie gewohnt beginnt die Darstellung mit einer lehrbuchartigen Einführung über 39 Seiten, worauf die Darstellung der einzelnen Vorschriften der BORA, der FAO und des Auszuges der BRAO folgt. Eine jede Darstellung beginnt nach dem Verordnungstext – und sofern erforderlich nach Hinweisen auf das Schrifttum – mit einer Übersicht und ist sodann sehr klar gegliedert. Zitate sind in den umfangreichen Fußnotenapparat verbannt, was die Lesbarkeit verbessert ...

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