Grobe Fahrlässigkeit beim Fetterhitzen

Das Landgericht (LG) Göttingen hat mit Urteil vom 17. September 2015 entschieden (8 O 170/14), dass Versicherte, die sich auch nur kurzfristig aus der Küche entfernen, obwohl sie gerade dabei sind, Fett zu erhitzen, grundsätzlich grob fahrlässig handeln.

Eine Frau und spätere Klägerin hatte bei dem beklagten Versicherer u.a. eine Gebäude-Feuerversicherung abgeschlossen. Als sie im Februar 2012 Fett in einen Topf gab, diesen auf den in ihrer Küche befindlichen Gasherd stellte und den Herd eingeschaltet hatte, suchte sie plötzlich dringend das WC auf. Ihren eigenen Angaben nach ließ sie deswegen für ca. drei bis fünf Minuten die Küche unbeaufsichtigt zurück.

Als die Klägerin zurückkam, hatte das Fett Feuer gefangen, breitete sich bis zur Dunstabzugshaube und von dort bis zur Zwischendecke der Küche aus. Der Brand in der Küche konnte von ihr zwar mit einem Feuerlöscher gelöscht werden, jedoch musste wegen des Schwelbrandes in der Zwischendecke die Feuerwehr anrücken.

Infolge des Brandes entstand ein Schaden in Höhe von fast 133.000,- €, den die Klägerin gegenüber ihrem Versicherer geltend machte. Zur Schadenregulierung war der Versicherer vom Grundsatz her bereit, warf der Klägerin aber grob fahrlässiges Handeln beim Verlassen der Küche vor und akzeptierte nur einen Betrag von 90.000 € als Schadensbeteiligung.

Die Frau argumentierte in ihrer gegen ihren Versicherer gerichteten Klage, dass sie wegen ihrer kurzen Abwesenheit nicht davon ausgehen konnte, dass das Fett Feuer fangen werde, da bei vergleichbaren Vorgängen innerhalb der vergangenen 20 Jahre nie etwas passiert sei. Daher dürfe ihr Versicherer nicht grobe Fahrlässigkeit einwenden ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK