Keime im Krankenhaus – wer haftet für die Folgen?

von Isabella Beer

Immer wieder liest man über sogenannte Krankenhauskeime, mit denen sich Patienten, meist nach einer Operation im Krankenhaus, angesteckt haben. Für gesunde Menschen sind die Keime grundsätzlich nicht gefährlich – nur kommt man selten gesund in ein Krankenhaus. Wenn ein solcher MRSA- Keim (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) in die Wunde eines frisch operierten Patienten gelangt, kann dies gravierende Folgen haben.

Da die Keime immun gegen die Standard- Antibiotika sind, bedarf es meist einer langwierigen, stationären Behandlung. Bei schweren Verläufen der Erkrankung können Liegezeiten von mehreren Monaten anfallen, in denen die Patienten weitgehend isoliert sind. Die Infektion kann sogar tödlich verlaufen.

Schon lange beschäftigen derartige Fälle auch die Justiz. Zuletzt am 16.08.2016 entschied der Bundesgerichtshof (Az. BGH: VI ZR 634/15) über die Ansprüche eines Patienten, der nach der Operation seines „Tennisarms“ in Kontakt mit den multiresistenten Keimen kam und daher zwei weitere Operationen über sich ergehen lassen musste. Da die Muskulatur im Arm dauerhaft durch die Keime geschädigt wurde, leidet er auch heute noch unter Schmerzen.

Der Patient kann im Falle einer Infektion Schmerzensgeld und Schadensersatz vom Krankenhaus verlangen ...

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