Die Zukunft von Links auf Webseiten

von Jennifer Jähn

Das Thema ist aktuell in aller Munde – darf ich als Webseitenbetreiber künftig noch zu fremden Inhalten verlinken? Nach der Entscheidung des Landgerichts Hamburg gestaltet sich die Antwort schwieriger denn je.

Was war passiert?

Mit seinem Beschluss vom 18.11.2016 (Az.: 310 O 402/16) hat das Gericht die bisherige Rechtslage, wonach eine Verlinkung als solche keine Urheberrechtsverletzung begründen kann, gekippt und damit die diesjährige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (hier) konsequent umgesetzt. Im Klartext kann nun das bloße Setzen eines Links auf einer Webseite bereits eine Rechtsverletzung mit all seinen haftungsrechtlichen Folgen darstellen und zwar unabhängig von der Kenntnis über die Rechtsverletzung des Linksetzenden. Einzige Hürde, die zu nehmen ist, ist eine Gewinnerzielungsabsicht, die beim Linksetzenden vorliegen muss. Somit besteht nunmehr auch auf Seiten des Verlinkenden die Gefahr einer Abmahnung. Das Gericht machte dabei deutlich, dass die Gewinnerzielungsabsicht nicht davon abhänge, ob der Webseitenbetreiber mit der Verlinkung eine Umsatzsteigerung bzw. -erzielung bezwecke. Vielmehr bestehe die geforderte Absicht schon dann, wenn die Webseite, auf der sich der Link befindet, gewerblich genutzt werden würde. Betroffen wären somit alle Betreiber von kommerziellen Internetauftritten.

Bevor ein solcher Webseitenbetreiber künftig verlinken will, muss er ihm zumutbare Nachforschungen zur Frage der Rechtmäßigkeit des verlinkten Inhaltes getätigt haben, was de facto einen gravierenden Einschnitt für die Gestaltung des Internetauftrittes nach sich zieht ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK