EuGH: Anlasslose Vorratsdatenspeicherung von Verkehrs- und Standortdaten unzulässig - Schutz des Grundrechts auf Achtung des Privatlebens geht vor

von Marcus Beckmann

EuGH Urteil vom 21.12.2016 in den verbundenen Rechtssachen C-203/15, Tele2 Sverige AB / Post- och telestyrelsen C-698/15, Secretary of State for the Home Department / Tom Watson u. a

Der EuGH hat entschieden, dass die anlasslose Vorratsdatenspeicherung von Verkehrs- und Standortdaten unzulässig ist. Der EuGH führt aus, dass der Schutz des Grundrechts auf Achtung des Privatlebens im Rahmen einer Güterabwägung vorgeht, da die im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung gespeicherten Daten sehr genaue Schlüsse auf das Privatleben der jeweiligen Personen zulassen. Lediglich die Bekämpfung besonders schwerer Straftaten könnte diesen Grundrechtseingriff rechtfertigen. Die hier streitgegenständlichen Regelungen der Mitgliedsstaaten genügen diesen Anforderungen nicht.

Die Pressemitteilung des EuGH:

Die Mitgliedstaaten dürfen den Betreibern elektronischer Kommunikationsdienste keine allgemeine Verpflichtung zur Vorratsdatenspeicherung auferlegen

Das Unionsrecht untersagt eine allgemeine und unterschiedslose Vorratsspeicherung von Verkehrs- und Standortdaten. Es steht den Mitgliedstaaten aber frei, vorbeugend eine gezielte Vorratsspeicherung dieser Daten zum alleinigen Zweck der Bekämpfung schwerer Straftaten vorzusehen, sofern eine solche Speicherung hinsichtlich der Kategorien von zu speichernden Daten, der erfassten Kommunikationsmittel, der betroffenen Personen und der vorgesehenen Dauer der Speicherung auf das absolut Notwendige beschränkt ist ...

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