Schneeflöckchen, weiß Röckchen – Arbeitsrecht in Wintermonaten

von Stefanie Klein Jahns

Der Winter naht – Schnee bringt die Pendler wieder zur Verzweiflung. Zeit, den arbeitsrechtlichen Fragen zur Winterzeit auf den Grund zu gehen.

In weiten Teilen Deutschlands sind die letzten Winter relativ glimpflich abgelaufen. Schnee- und glatteisbedingte Staus, Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr, Unfälle und Verspätungen beim Arbeitsantritt hielten sich in Grenzen.

Doch sobald der erste Schnee fällt, stellen sich wieder viele arbeitsrechtlichen Fragen, auf die wir im Folgenden eingehen.

Arbeitnehmer trägt Risiko des witterungsbedingten Zuspätkommens zur Arbeit

Grundsätzlich trägt der Arbeitnehmer das so genannte Wegerisiko. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass er pünktlich am Arbeitsplatz erscheint.

Kommt er zu spät und kann die geschuldete Arbeitsleistung deshalb nicht (mehr) erbringen, darf der Arbeitgeber sein Gehalt anteilig kürzen. Eine Ausnahme gilt dann, wenn ein „in seiner Person liegender Grund“ den Arbeitnehmer ohne sein Verschulden kurzfristig daran hindert, seine Arbeit zu erledigen, § 616 Abs. 1 BGB. Klassiker sind hier Verkehrsunfälle, in die der Mitarbeiter unverschuldet auf dem Weg zur Arbeit verwickelt wird, Todesfälle im engsten Familienkreis, die eigene Hochzeit oder Arztbesuche, die nicht außerhalb der Arbeitszeit erledigt werden können. In diesem Fall muss der Arbeitgeber den Lohn zahlen.

Aber weder Staus auf den Straßen noch eingeschneite Autos, defekte Autobatterien oder ausgefallene Straßenbahnen stellen einen Grund dar, zu spät zur Arbeit zu kommen. Der Arbeitnehmer muss solche Unwägbarkeiten im Winter berücksichtigen und sich im Zweifel früher als sonst auf den Weg zur Arbeit machen.

In der Praxis ist es allerdings so, dass viele Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten haben. Sie können entsprechende Verspätungen ausgleichen, indem sie länger bleiben oder Guthaben vom Arbeitszeitkonto opfern ...

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