Interview mit Horst Hanisch zum Thema Umgangsformen

Guten Tag Herr Hanisch. In der vergangenen Woche haben Sie unseren Leserinnen und Lesern bereits Tipps für das richtige Verhalten auf Weihnachtsfeiern gegeben. Nun freuen wir uns, dass wir uns heute allgemein zum Thema Umgangsformen unterhalten können. Sie sind Autor zahlreicher Benimm-Bücher und leiten seit 1987 Seminare zum Thema Business-Knigge. Spielen höfliche Umgangsformen heutzutage überhaupt noch eine Rolle? Können diese nicht auch schnell aufgesetzt wirken?

Einen schönen guten Tag auch Ihnen, Frau Gans.

Auch wenn es aufgrund zu beobachtender Verhaltensmuster im politischen Umfeld einiger Ländern dieser Erde nicht mehr so scheint, spielen moderne Umgangsformen nach wie vor nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch im Berufsalltag eine wichtige Rolle. Sie sind die Grundlage für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und helfen, dass sich Menschen im sozialen Umfeld authentisch und stressfrei bewegen können. Gespielte Umgangsformen wirken aufgesetzt – einfach deswegen, weil sie nicht authentisch sind.

Welche vermeidbaren Fehler können Rechtsanwälte und Steuerberater bereits bei der Begrüßung machen? Gilt nach wie vor der Grundsatz „Ladies first“?

Nach wie vor gilt, dass eine gewisse Hierarchie zu beachten ist. Als ranghöher ist die ältere Person zu betrachten bzw. die Frau vor dem Mann. Üblicherweise betritt die ranghöhere Person zuerst den Raum oder die Kanzlei, so dass hier bereits eine Hierarchie erkannt werden kann. Zum Beispiel dann, wenn zwei Damen oder zwei Herren zusammen eintreffen. Der Grundsatz ‚Ladies first‘ ist im Berufsleben deutlich überholt, ja er kann sogar als diskriminierend aus Sicht der betroffenen Frau gedeutet werden. Der Rang (Chef/in und Assistent/in) ist demnach geschlechtsneutral zu betrachten ...

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