Musik-Folter im Knast? Gefangene mit Musik von Bon Jovi beschallt

von Jannina Schäffer

Die Schweizer Polizei soll Arrestzellen im Zürcher Hauptbahnhof mit lauter Rock-Musik beschallt und so die dort einsitzenden Gefangenen gefoltert haben.

Bereits 2014 wurde bekannt, dass die Verhörmethoden des US-Geheimdienstes CIA noch brutaler waren, als angenommen. Dem „Torture Report“ des US-Senats ließen sich unter anderem 13 sogenannte „erweiterte Verhörtechniken“ entnehmen. Außerdem wurden die Terrorverdächtigen offenbar mit lauter Musik gequält und in den Wahnsinn getrieben. Für die Tortur wurden damals Songs wie „Hit Me Baby One More Time“ von Britney Spears, „Enter the Sandman“ von Metallica, „March of the Pigs“ von Nine Inch Nails bis hin zu „We Will Rock You“ von Queen oder gar die Titelmusik der „Sesamstraße“ verwendet.

Jailhouse Rock

Eine ähnliche Musik-Folter soll jetzt auch in den Arrestzellen am Züricher Hauptbahnhof stattgefunden haben. Auf diese Praxis wurde der Strafverteidiger Simon Epprecht aufmerksam, als er im Juni 2016 den dortigen Posten der Kantonspolizei besuchte. Schon im Flur vor der Zelle seines Mandanten schallte ihm lautstark Musik von Bon Jovi entgegen.

Anscheinend wollten die Polizisten mit der lauten Musik verhindern, dass die Gefangenen sich verbal untereinander verständigen konnten. Da die Zellen alle direkt nebeneinander liegen würden, gäbe es keine andere Möglichkeit zur „Verhinderung der Verdunkelungsgefahr“. Die Einsitzenden würden sonst Fluchtpläne schmieden und ihre Aussagen miteinander absprechen, behauptet die Polizei.

Verteidiger Epprecht meint dazu: „Ich habe Verständnis dafür, dass die Polizisten nach Lösungen suchen, um ihre Arbeit zu erledigen ...

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