5 Millionen geklaut, 1 Million in Free2Play-Spiel investiert

von Michael Scheyhing

Ein Arbeitnehmer des im US-Bundesstaat Kalifornien angesiedelten Baumaschinenhändlers „Holt“ konnte jahrelang unentdeckt das Geld seines Arbeitgebers in den Fortschritt seines Smartphonespiels „Game of War“ investieren. Innerhalb von knapp sieben Jahren betrog er seinen Arbeitgeber dabei um knapp 5 Millionen US-Dollar. Dabei schaffte es der leitende Angestellte in nur zwei Jahren, die Spielehersteller um 1 Million US-Dollar reicher zu machen. Das Spielemodell Free2Play (F2P) ist nicht zwingend mit Gratisspiel gleichzusetzen, das musste fast jeder Smartphone-Nutzer schon einmal feststellen.

Unentdeckt Geld abgezweigt

Dass ein Arbeitgeber hierzulande nicht merken würde, wenn er um 5 Millionen Euro betrogen würde, ist anhand solch spektakulärer Kündigungsprozesse wegen Stromklau im Wert von 0,02 Euro, um das Smartphone aufzuladen, 1,30 Euro wegen eines Pfandbons oder eines heimlich gefutterten Brötchens kaum vorstellbar. In den USA geht so etwas scheinbar problemlos. In Kalifornien gab es wieder einmal einen unspektakulären Prozess zu einer spektakulären Tat: 5 Millionen US-Dollar hat der Angestellte nach seinem eigenen Schuldeingeständnis am Arbeitgeber vorbei erwirtschaftet.

Der Angeklagte, Kevin Lee Co, bekannte sich des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche für schuldig. Das Strafmaß ist derzeit noch nicht bekannt, eine Rückzahlung jedoch unausweichlich. Sein Betrugsmodell sah relativ simpel aus. Der Controller überwies nach eigenen Angaben zwischen Mai 2008 und Dezember 2015 monatlich Beträge in Höhe von jeweils unter 10.000 US-Dollar (Meldegrenze für Banken) von der unternehmensinternen Kreditkarte, welche ihm überlassen wurde. Er bezahlte mit der Kreditkarte zudem für Luxusautos, Football-Eintrittskarten, Mobiliar, eine Mitgliedschaft im örtlichen Golfclub, Schönheitsoperationen und gab bei Machine Zone Inc ...

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