Wie gefährlich ist Big Data?

Anfang Dezember ließen Hannes Grassegger und Mikael Krogerus die Bombe des Michal Kosinski platzen und regten eine hitzige Debatte über Big Data und Wahlbeeinflussung an. Die beiden Autoren berichten in dem Artikel „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ über das von Michal Kosinski entwickelte Verfahren zur Vermessung der Persönlichkeit eines Menschen anhand von im Internet gesammelten Daten. Schon in den 80er Jahren hatten Psychologen die sog. Ocean-Methode entwickelt, die Charakterzüge von Menschen aufgrund von fünf Persönlichkeitsdimensionen messen kann. Es fehlte jedoch Jahre lang an einer entsprechend umfangreichen Datenbank, dieses Problem wurde durch das Internet gelöst. Nach der Veröffentlichung einer App zur Erstellung eines Persönlichkeitsprofils wird die Methode durch die so gewonnen Daten immer erweitert, bis Kosinski eine Person, basierend auf zehn Facebook-Likes, besser einschätzen kann als ein normaler Kollege und mit 300-Likes besser als der Lebenspartner. Nachdem Kosinski die mögliche negative Verwendung seines Systems, nicht den Menschen anhand von Daten zu analysieren, sondern zu beeinflussen, bewusst geworden ist, zieht er sich zurück.

Bei der Concordia Summit trat im September 2016 Alexander Nix, CEO von Cambridge Analytica (CA) auf und erklärte den Zuhörern „die Macht von Big Data und Psychografie im Wahlkampf“. Er erklärt den Erfolg von Präsidentschaftskandidat Ted Cruz zu einem Ergebnis von CA Arbeit und erklärte die Funktionsweise. Dieses System gleicht dem von Kosinski, jedoch hat CA aus vielen verschiedenen Quellen Daten gekauft (z.B. Acxiom und Experian) und diese mit Wählerlisten und Onlinedaten kombiniert. Nix sagt, CA habe Psychogramme von allen erwachsenen US Bürgern, also 220 Millionen Menschen erstellt.

Mittlerweile werden kritische Stimmen zu diesem Artikel laut ...

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