Google Schweiz: Keine Herausgabe von Gmail-Nutzerdaten bei Musikpiraterie

von Martin Steiger

Die schweizerische Tochtergesellschaft von Google kann nicht gezwungen werden, Gmail-Nutzerdaten, die nicht in ihrem Besitz ist und auf die sie keinen Zugriff hat, an Strafverfolgungsbehörden in der Schweiz herauszugeben – so hat das Schweizerische Bundesgericht mit Urteil 1B_142/2016 vom 16. November 2016 entschieden.

Am gleichen Tag war bereits ein vergleichbares Urteil im Zusammenhang mit Facebook veröffentlicht worden. Die Urteile sind ein Rückschlag für die Opfer von Cyberkriminalität und für die Strafverfolgungsbehörden in der Schweiz.

Hintergrund war ein Strafverfahren im Kanton Waadt wegen Urheberrechtsverletzung nach einem Strafantrag der französischen Verwertungsgesellschaft SACEM. SACEM wirft einem unbekannten Gmail-Nutzer vor, mit Weblinks im grossen Stil und rechtsverletzend den Download von Musikstücken ermöglicht zu haben.

Die Google Switzerland GmbH mit Sitz im Kanton Zürich wehrte sich gegen die Herausgabe der Nutzerdaten, wie Anwaltskollege Sylvain Métille schreibt:

«Google Switzerland explique que les informations demandées sont en mains de la société américaine Google Inc. Google Switzerland GmbH exerce un contrôle de la compatibilité avec le droit suisse du contenu des blogs hébergés par un site dont elle est l’administratrice, ainsi que d’autres activités en lien avec les annonces publicitaires, mais elle n’intervient pas en lien avec l’exploitation d’un compte Gmail, le système de messagerie électronique Gmail étant exploité en Californie par la société américaine Google Inc. Le Tribunal fédéral a considéré que ce point n’était pas suffisant établi et a renvoyé l’affaire pour compléter l’état de fait ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK