Neue Entwicklung im Verkehrsstrafrecht? Mord statt fahrlässiger Tötung

Vor dem Amtsgericht Bremen wird aktuell ein Fall verhandelt, dessen juristische Einschätzung umstritten ist. Alpi ist angeklagt, weil er einen Rentner bei einer rasanten Fahrt mit seinem Motorrad erfasste und diesen dadurch tötete. Für gewöhnlich wird in einem solchen Fall Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben.

Die Bremer Staatsanwaltschaft aber erhebt Anklage wegen Mordes gegen den Unfallfahrer.
Warum und unter welchen Gesichtspunkten eine solche Anklage haltbar ist, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Der Fall:

Der 75-jährige Rentner überquerte am 17. Juni die Straße. Er war leicht alkoholisiert und ging über rot. Der Angeklagte passierte die Straße mit seinem Motorrad zur gleichen Zeit. Bei einem Tempo von mehr als 100 km/h konnte er weder ausweichen noch anhalten. Er erfasste den alten Mann, welcher durch die Luft schleuderte und infolge seiner schweren Verletzungen verstarb. Der Unfallfahrer brach sich den Ellenbogen und erlitt einen Leberriss.

Der Hintergrund:

Der Angeklagte war aber nicht bloß zufällig mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Er war Youtuber. Nicht auf die herkömmliche Beautyblogger, Unboxing, Shoppinghaul, Challenges -Art, sondern unter dem Motto „Alpi gibt Gas“. Regelmäßig filmte er sich bei rasanten Fahrten durch Fußgängerzonen, erreichte Spitzengeschwindigkeiten, die teilweise dreimal so hoch waren, wie die zulässige Maximalgeschwindigkeit. 83.000 Abonnenten begleiteten ihn auf seinen Spritztouren.
Ein Video, das acht Monate vor dem tödlichen Zusammenstoß aufgenommen wurde, zeigt, wie er um ein Haar einen Passanten überfährt, dem er später die Schuld für den Beinahecrash gibt.
In diesem Fall ging der Vorfall weniger glimpflich aus. Kurz vor dem Zusammenstoß beschleunigt der Fahrer noch einmal, vermutlich weil er erkennt, dass ein Ausweichen nicht mehr möglich ist. Vergeblich. Bilder vom Unfallort zeigen alte Lederschuhe und zerschnittene Kleidung ...

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