Juraexamen – ein gutes System?

von Michael Scheyhing

Die juristische Benotung ist ein ewiger Zankapfel. Einer Absolventin kostete der Streit über ihre Bewertung bereits die Anwaltszulassung (http://rsw.beck.de/cms/main?docid=377316). Regelmäßig beginnen Beiträge über die juristische Notenskala mit einer entsprechenden Leidensanekdote, dass man der Oma, Tante, dem Erbonkel oder der Verlobten erklären muss, warum man sich über gerade mal die 9 erhaltenen von 18 möglichen Punkten freut wie ein Honigkuchenpferd. Es folgen Erklärungen, die jeder Jurist zur Erschöpfung hinter sich hat.

Auf LTO wurde am 28.11.2016 ein Beitrag von Julia Marinitsch veröffentlicht, ihres Zeichen Doktorandin und Verfechterin der good ol´ Juranote, die sie nach eigenen Angaben immerhin schon eintausendmal selbst vergeben habe.

Das Plädoyer: Die juristische Ausbildung ist gut, die Benotung gerecht und sie erlaubt ein differenziertes und ausgewogenes Bild auf die Absolventen, welche anhand ihrer Note in dem späteren „Job“ vom „Humanressourcer“ anständig eingeordnet werden können. Wichtigste Erkenntnis: 6 Punkte sind keine schlechte Leistung!

Totschlagargumente liefert sie bezüglich anderer Studiengänge gleich mit. Ein Studienabgänger, der mit einem Abschluss von unter „1,3“ keine Arbeit findet, wäre mit einem juristischen Examen viel besser bedient gewesen. Der Humanressourcer kann ja immerhin zwischen einer breiten Notenskala wählen. Hier kann dann eine Promotion oder ein Partyjahr im Ausland – bevorzugt mit Barexam der Anwaltskammer New York und einer zehntausend Dollar schweren Masterarbeit noch zur Qualifikation und damit zur Qualität des Bewerbers beitragen. Das wird auch direkt in bar belohnt.

Den „Qualitätsanspruch“ den sich die Kanzlei „Hogan Lovells“ erwartet, dotiert sie auch direkt mit 5.000 Euro jährlich pro Namensverlängerung. Klar. Die Mandanten bezahlen ja dafür ...

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